Mobilfunk

Die Entwicklung der Mobiltelefone und tragbaren Funkgeräten

Die beiden Entwicklungsreihen kommerzieller Funk und Amateurfunk werden hier parallel vorgezeigt.

Kommerzieller Funk

Ein Funkgerät mit allem Zubehör paßt ohne weiteres in den Kofferraum eines Autos lupe
Funkgerät im Kofferraum

A-Netz

Das A - Netz war das erste Mobilfunknetz in Deutschland. Es wurde 1958 eingeführt. Der Betrieb erfolgte durch Handvermittlung. 1977 wurde der Dienst, da technisch überholt, eingestellt. Die Geräte waren so umfangreich und schwer, daß ein Festeinbau in ein Fahrzeug nötig war. Zur Stromversorgungsunterstützung im Auto ist ein zweiter Bleiakku nötig. Schon 1953 baute Telefunken Mobiltelefone vom Typ 80 D2 und 160 D2 für den direkten Funkverkehr.

B-Netz

Handbedienteil A-Mobiltelefon von 1965 Te-Ka-De Typ SRS 84 lupe
A-Mobiltelefon

Das B - Netz war das zweite Mobilfunknetz in Deutschland. Es wurde 1972 eingeführt und war technisch schon viel ausgereifter als das A-Netz. Im B-Netz konnte über 37 Funkkanäle telefoniert werden. 1980 wurde dieses Netz um ein Tochternetz erweitert, dieses B2-Netz besaß 75 Funkkanäle. Der Nachteil des Netzes war, daß der Anrufer wissen musste, in welcher Region sich der Empfänger aufhielt. Die B-Netze hatten zum Ende hin ca. 30.000 Teilnehmer,ihr Betrieb wurde Ende 1994 eingestellt. Zur Information, solche Geräte kosteten 15.000 - 20.000 DM. Man sprach hier von Autotelefonen, da diese Geräte nicht tragbar waren.

C-Netz

tragbares Bosch Mobiltelefon für das C-Netz lupe
C-Netz Telefon

Das C-Netz, auch als analoges Mobilfunksystem bezeichnet, war das erste, zumindest teilweise digitale Netz in Deutschland. Die Sprache wurde, ebenso wie im A-und B-Netz analog übertragen, die Vermittlungs- und Steuerinformationen hingegen digital. Das C-Netz verfügte über eine einheitliche Vorwahl und gute Flächendeckung in Deutschland. Mit dem C-Netz wurde der Übergang vom reinen Autotelefon zum Mobilfunktelefon eingeleitet. In Betrieb wurde das C-Netz 1984 genommen. Das C-Netz ist zur Zeit noch in Betrieb, es verfügt derzeit über rund 400.000 Abonnenten, wird allerdings von den Konkurrenznetzen immer mehr verdrängt.

D- und E-Netz

Bei den D-Netzen (900 MHz) handelt es sich um digitale Mobiltelefonnetze, die auf dem GSM - Standard basieren und zur Zeit fast weltweite Verbindungen ermöglichen. Durch die digitale Übertragung ist die Sprache meist klar und deutlich. Daten können problemlos übermittelt werden. Die Etablierung des D-Netzes in Deutschland Ende der achtziger Jahre löste einen unvergleichlichen Boom in der Mobiltelefonie aus.

Das E-Netz ist ebenso wie das D-Netz ein volldigitales Netz auf einer anderen Frequenz (1,8 GHz). Es wurde 1993 etabliert.

Mobiler und portabler Amateurfunk

tragbares Eigenbau Funkgerät lupe
tragbares Funkgerät

Nach dem 2. Weltkrieg wurden mit einfachen Mitteln tragbare Funkgeräte komplett selber aufgebaut. In den 60er Jahren wurden Bausätze angeboten, mit denen man kostengünstig selbst Geräte bauen konnte (z.B. Heathkit Mobilbausatzgerät HW12). Oft wurden auch kommerzielle Geräte für den Amateurfunk umgebaut, wie das sogenannte "Bügeleisen".

Walkie Talkie Zodiac lupe
Walkie Talkie Zodiac

Über die kommerziell gefertigten "Walkie - Talkies" in den 70er Jahren gelangte man zu den heutigen kleinen Handies des Amateurfunks.